Aller Anfang ist schwer: das "Schreibaby"
Die übermäßige Schreiunruhe wird im Volksmund gerne auch "Drei-Monats-Kolik" genannt und ist leider ist ein verbreitetes Phänomen unserer Zeit. Typischerweise beginnt die Schreiunruhe nach ca. einer Woche und hält dann mehr oder weniger heftig über drei Monate an, mit einem Höhepunkt um die sechste bis achte Lebenswoche herum. Danach verschwindet sie spurlos und gottlob auch folgenlos.
Leider können wir unsere Babys noch nicht verstehen. Wir brauchen dafür viel Zeit und Geduld, die individuellen Bedürfnisse unseres Kinder richtig einschätzen zu lernen.
Bei uns Eltern - ich habe dies selbst erlebt - löst das Schreien einen "Beschützer-Reflex" aus. Sie möchten das Kind trösten. Das gelingt oft nur mit großen Mühen, oder gar nicht. Wir Eltern erleben Frustration und machen uns unterbewußt Vorwürfe, (noch) keine "guten" Eltern zu sein.
Neugeborene haben noch keinen Tag- / Nachtrhythmus. Sie schreien aufgrund ihrer elementaren Bedürfnisse (z.B. Hunger, Durst, Schmerz, Angst, Überreizung, Langeweile). Die täglichen Schreiphasen sind meist um die sechste Lebenswoche herum am längsten. Bis zu drei Stunden Babyschreien täglich werden häufig beobachtet und gelten als "normal".
Die vielen "todsicheren" Ratschläge aus schlauen Büchern und unserer Umgebung (Oma, Nachbarn) sind sicher gut gemeint, doch oft nutzlos und verunsichern noch mehr.
Das Babyschreien ist oft anlagebedingt und zeigt große individuelle Unterschiede. Es gibt pflegeleichte, "buddha"-haft zufriedene Babies, und es gibt eben auch lebhafte, charakterstarke und neugierige Kleinkinder. Dies führt in den ersten Wochen nicht selten zu Überreizung und innerer Anspannung, die sich im Schreien entladen dürfen.
Die nachfolgenden bewährten Tipps sind Anregungen. Sie können sie in aller Ruhe ausprobieren und testen, ob sie Ihrem Baby und Ihnen gut tun. Lassen Sie sich von erfahrenen Fachleuten liebevoll dabei begleiten.
Schlafbedarf:
Der Schlat ist ein Grundbedürfnis des Menschen (wie Hunger und Durst). Der Schlaf-bedarf wird mit zunehmendem Alter geringer. Bei Kindern verläuft der Rückgang der Schlafdauer recht schnell. Im ersten Lebensmonat beträgt die mittlere Schlafdauer des Säuglings noch 16 - 18 Stunden pro Tag. Hingegen schlafen die einjährigen Kinder täglich im Durchschnitt nur noch 12 - 13 Stunden.
Schlafposition: Es wird empfohlen, Säuglinge in Rücken- oder Seitlage zu betten. Bitte keine Kopfkissen (Gefahr der Erstickung oder des plötzlichen Kindstodes).
Unruhiges Baby? - Bewährte Tipps
Glauben Sie mir: Sie sind auf dem besten Weg eine perfekte Mutter zu werden. Vertrauen Sie dabei ganz auf Ihre innere Stimme, auf Ihre Gefühlswelt. Ihr Baby vertaut Ihnen und wird sich nach einigen Wochen ganz auf Sie einstellen.
Wenn Ihr Baby wach und ruhig ist, belohnen Sie es mit bewusster Zuwendung. Versuchen Sie es mit: Spielen, Streicheln, Reden, Singen, Schnullern, Herumtragen, Wickeln, etc. Reagiert Ihr Baby überreizt, lassen Sie es rechtzeitig zur Ruhe kommen.
Nach der Mahlzeit Aufstoßen lernen. Manche Babies können erst nach 20 - 30 Minuten aufstoßen. Legen Sie sie ruhig erstmal ins Bettchen und nehmen Sie sie auf , wenn sie unruhig werden und "nesteln".
Beim Wickeln an einem warmen Platz können leichte Bauchmassagen die Verdau-ungsarbeit anregen.
Herumtragen in der "Fliegerstellung", Füßchen mit Handteller festhalten, Baby's Beinchen dabei in Beugestellung bringen (erleichtert den Windabgang).
Aber: Herumtragen soll nur als Übergang helfen, nicht Dauergewohnheit werden.
Läßt sich das Ihr Baby innerhalb von 10 Minuten nicht beruhigen, will es alleingelassen werden. Lassen Sie es 10 - 20 Minuten alleine im Bettchen, es braucht die Chance zu lernen sich selbst zu beruhigen
Therapeutisch kann ggf. Kümmelzäpfchen oder Windsalbe angewendet werden, da diese pflanzlichen Carminativa die noch unzulängliche Verdauungsarbeit des Säuglings unterstützen. Fragen Sie Ihren Kinderarzt.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn diese Tipps nicht sofort helfen. Eine Umstellung dauert ca. 3 bis 4 Tage, bis ein Erfolg sichtbar wird. Ist dann noch keine Besserung eingetreten, braucht Ihr Kind noch Zeit. Vier Wochen später können Sie es noch einmal probieren.
Quelle