In den letzten Jahren werden verstärkt auf Ziegenmilch basierende Nahrungen für Säuglinge beworben. Diese soll laut Packungsaufdruck und Werbeaussagen besser verträglich sein als Nahrung, die aus Kuhmilch hergestellt wird, da die Ziegenmilch angeblich eine andere Proteinzusammensetzung hat. Empfohlen wird sie hierbei für gesunde und nichtgestillte Babys oder als Diät bei einer Kuhmilcheiweißallergie.
Quantitativ entsprechen diese, aus Ziegenmilch hergestellte, Nahrungen in ihrer Zusammensetzung an Energie, Vitaminen und Mineralstoffen den geltenden Richtlinien der Europäischen Union. Der Proteingehalt von Ziegenmilch unterscheidet sich kaum von dem der Kuhmilch, ihr fehlt jedoch das in der Kuhmilch enthaltene Alpha-S1-Casein. Im Gegensatz zur Kuhmilch ist Ziegenmilch nicht als Proteinquelle im Sinne der Diätmittelverordnung zugelassen. Ebenfalls erfolgte noch keine kontrollierte Studie zur Verträglichkeit von Ziegenmilch sowie den Auswirkungen auf Wachstum und Nährstoffversorgung des Säuglings. Deswegen dürfen diese "Bambinchen"-Produkte nicht unter der Bezeichnung "Säuglingsanfangsnahrung" oder "Folgenahrung" angeboten werden.
Es wurde bereits festgestellt, dass die Allergieanfälligkeit für beide Milchsorten praktisch gleich hoch ist. Bei Kindern mit Kuhmilchallergie konnte man allerdings eine hohe Kreuzallergenität von Kuhmilch und Ziegenmilch beobachten. Somit ist sie auch nicht bei einem bestehenden Allergierisiko geeignet.
Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kindermedizin und Jugendheilkunde (DGKJ) rät aus diesen Gründen von der Verwendung der auf Ziegenmilch basieren Nahrungen generell ab.
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